Room 402

27. August 2008

Pointless Rant #8 – Kimagure Orange Road: Retrounterhaltung oder schlichtweg Zeitverschwendung?

Gespeichert unter: Anime, Kimagure Orange Road, Oldies, Pointless Rant — Akito @ 17:47

Falls sich jemand noch erinnert, vor etwa 5 Monaten hab ich danke Live-Evil mit Kimagure Orange Road angefangen und seit ein paar Tagen bin ich endlich durch mit dem ganzen KOR-Universum, welches die 48-teilige Serie, die 8-teilige OVA, eine kleine Einführungs-OVA, 2 Movies sowie die 18-bändige Mangavorlage. Eigentlich wäre ich schon etwas früher fertig geworden aber ich wollte weiterhin auf die Version von Live-Evil warten doch nachdem das Projekt wohl vorerst aufs Eis gelegt wurde, musste ich auf die leider schlecht als recht geratene Anime Eternal-Version zurück greifen. Da ich mir schon die Mühe gemacht hab, wollte ich meinen Senf dazu natürlich auch loswerden. Der pfiffige Leser findet auch meine ersten Eindrücke zu der Serie, wir fangen einfach mit dem Gesamtreview an.


TV-Serie

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Ohne sie wäre die Serie wohl komplett den Back runter gegangen

Im Grunde genommen bestätigen sich meine ersten Eindrücke, KOR hat viele Schwächen aber zum Glück auch die eine oder andere Stärke um sie wieder auszugleichen. Das Setting ist weder innovativ noch besonders interessant, das gilt ebenso wie für die Charaktere bis auf genau eine Ausnahme. Wie ich schon desöfteren gesagt hab, Madoka vermag es tatsächlich, die ganze Serie übers Wasser zu halten, das schafft wirklich kaum ein Charakter und in diesem Fall ist es auch bitter nötig denn alle anderen Charaktere bewegen sich lediglich zwischen „kaum der Rede wert bis gar nervtötend“. Kyouske ist ein typischer Hauptcharakter in einem Harem-Anime, blöd, begriffstutzig und ganz besonders unentschlossen, er hat den Namen Mr. Indecisive nicht von ungefähr, er kann sich einfach nicht zwischen Madoka und Hikaru entscheiden. Ist auch besonders schwer, auf der einen Seite einer der sympathischsten Charaktere, die ich kenne, auf der anderen die schlimmste Nervensäge, die mir gerade einfällt. Hikaru schafft es mit Leichtigkeit, die Zuschauer zur Weißglut zu bringen, sei es nur ihre Stimme (Darling!) oder ihr Getue um Kyousuke. Zu allem Übel muss sie natürlich dick befreundet sein mit Madoka, sodass diese ihr zuliebe ihre Gefühle stets unterdrückt. Das ganze Chaos dauert ganze 48 Episoden ohne nennenswerte Entwicklung. Vervollständigt wird das ganze durch eine überschaubare Fülle an Nebencharakteren, die leider ohne Ausnahmen sehr blass bleiben, oder noch schlimmer so ähnlich nerven wie Hikaru.

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Doch statt den Fokus nur auf sie zu legen sehen wir zu oft sowas

Auch die Story ist so kreativ ausgefallen wie das Setting selbst, für viele Episoden kann man eine einzige Zusammenfassung benutzen, Madoka und Kyousuke unternehmen irgendwas zusammen, Hikaru funkt dazwischen und das ganze endet dann damit, dass Madoka Kyousuke wieder die kalte Schulter zeigt. Überhaupt war von Anfang an klar, dass Kyousuke und Madoka für einander bestimmt sind bzw. die beiden tierisch aufeinander stehen, doch natürlich musste man Hikaru einbauen um die Geschichte um das 100-fache zu strecken. Auch die Tatsache, dass Kyousuke und seine Imoutos Esper sind, wird einfach nur für billige Gags benutzt und in keinster Weise erläuert, nicht mal Logiklöcher dadurch hat man versucht zu stopfen.

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Auch wenn Kyousuke sich selbst von Hikaru genervt fühlt, lässt er lieber von den Hormonen steuern statt von seinem Verstand

Die Animationen sind für ihr Alter solide, des Design und der Soundtrack weiß aber durchaus zu überzeugen, Akemi Takada hat ganze Arbeit geleistet und aus der wenig ansprechenden Vorlage eine nett aussehende Serie gemacht.
Wäre wie gesagt da nicht Madoka sowie der Nostalgie-Bonus, hätte wohl kaum 48 Episoden lang ausgehalten, ich rate jedem, der sich KOR nun auch antun will, zumindest die ersten Folgen zu gucken, danach könnt ihr durch die Folgen zappen und nur das gucken, was interessant erscheintm, alle Parts mit Hikaru einfach vorspulen oder gar überspringen, ihr verpasst nichts, wirklich gar nichts.

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Zumindest ein Hauch von Abgeschlossenheit ist am Ende zu spüren.

OVA-Serie

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Madoka is love, egal mit Saxophon, beim Singen oder beschwipst

Die 8 OVA-Folgen wurden nach der TV-Serie produziert, können als Sidestories gesehen werden, d.h. man man sie auch zwischen der TV-Serie gucken, was aber auch bedeutet, dass sie rein gar nichts zur Story beisteuert. Auch hier verlaufen die Folgen nach dem bekannten Muster aus der Serie, was sie nicht schlechter aber auch nicht besser als die TV-Serie macht, lediglich ein etwas abgeändertes Charakterdesign unterscheidet sie davon. Nicht wirklich notwendig aber der Vollständigkeit halber sollte man sie natürlich mal reinschauen, wegschalten kann man dann immer noch.

Kimagure Orange Road – I Want to Return to That Day

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So fröhlich ist der Film gegen Ende. Auch so hätte die Serie sein können/müssen

Wer eine Fortsetzung zur der nicht ganz abgeschlossenen TV-Serie sucht, der wird hier fündig. Etwas Zeit seitdem ist vergangen, Kyousuke und Madoka büffeln gerade für die Aufnahmeprüfung an einer Uni und kommen sich dabei etwas näher. Leider ist Hikaru immer noch da und nervt die beiden sowie den Zuschauer wo sie nur kann. Zum Glück merken Kyousuke und Madoka schon bald, dass es nicht so weiter gehen kann und entscheiden sich für eine radikale Lösung, einfach Hikaru aus ihrem Leben zu verbannen. Es klingt zwar etwas brutal aber durch die Serie hat man nur noch wenig Mitleid mit Hikaru übrig. So kommt es, dass man nicht mal eine Miene zieht, wenn man ihr dabei sieht, wie sie langsam durchdreht, für Hikaru-Fans (gibt es die überhaupt?) muss aber die Welt untergegangen sein. So lernt man aber auch eine völlig neue Seite an KOR kennen, eine dramatische, ein wahrer Segen neben der bescheuert fröhlichen aus der Serie. Am Ende kriegt auch Hikaru es auf die Reihe und Kyousuke und Madoka schaffen es auf die gleiche Uni, es scheint als gäbe es nicht mehr zu erzählen aber weit gefehlt, das endgültige Ende sollte noch kommen.

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Ein zweites, aber immer noch nicht das letzte Ende

Insgesamt gefällt mir dieser Film am besten vom KOR-Universum, er ist teils unbeschwert fröhlich wie die Serie, nach einer Weile dramatisch wie ein echter Genrevertreter, und er bringt die Geschichte befriedigend zu Ende, oder zumindest hätte man KOR durchaus dort belassen können.

Kimagure Orange Road: Summer’s Beginning

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Kyousuke hat sich zurück zum Mr. Indecisive entwickelt, ganz zum Leidwesen der Fans

10 Jahre nach dem Start der TV-Serie wollte man den Fans wohl etwas bieten und hat einen weiteren Movie produziert, der nun das endgültige Ende von KOR darstellen sollte. Man kann zwar nicht sagen, dass ihr Vorhaben besonders geglückt ist, völlig in die Hose gegangen ist es dennoch nicht. Der Film setzt fast direkt an dem ersten an, Kyousuke und Madoka sind mittlerweile ein Paar und auf sie wartet eine glückliche Zukunft, wäre da nicht ein unglücklicher Unfall. Er fällt dadurch ins Koma, sein Bewusstsein/Geist wird 3 Jahre in die Zukunft geschleudert, während der Kyousuke aus dieser Zeit einfach irgendwo hin verschwindet bzw. zum Verschwinden gebracht wird. Ich meine WTF? Muss ja schön sein, übersinnliche Kräfte von Kyousuke und seine Familie nie erklären zu müssen, dadurch hat man auch noch die Möglichkeit, sich irgendeinen unlogischen Scheiß auszudenken und es dann darauf zurückführen.

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A grown up Madoka is fine too

Ein Großteil des Films wurde damit verschwendet, Kyousuke wieder Mr. Indecisive spielen zu lassen, der statt das Problem direkt anzugehen mit der aus den USA zurück gekommenen Hikaru durchzubrennen. Zum Glück hat letztere eine Komplettwandlung durchgemacht und ist weitaus erwachsener und somit erträglicher geworden. Irgendwann wurden die beiden dann doch von Madoka gefunden und dann gibt wieder „Friede, Freude, Eierkuchen“ wie in den alten Zeiten. Doch das eigentliche Problem ist ein andere und wurde damit gelöst, dass Kyousuke und sein Großvater in der Zukunft ihre Kräfte vereinen um den Kyousuke aus dieser Zeit zurück zu zerren nur damit dieser und Kyousuke ihn wieder in seine Zeit zurück bringen kann. Es macht überhaupt keinen Sinn? Ganz genau, während die Einfälle mit Kyousukes übersinnlichen Kräften schon in der Serie nie durchdacht oder logisch waren, setzte man hier noch einen drauf und hat eine verworrene und sinnfreie Story kreiert, die ihres gleichen sucht.

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Yeah, das Bild hat leider keine Nostalgie in mir erweckt

Zumindest aber lässt das Ende des Films darauf hoffen, dass das KOR-Universum nun endlich abgeschlossen wurde und so ein Reinfall in Form einer Fortsetzung nie mehr das Licht der Welt erblicken wird.

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Du Madoka, muss ich wirklich meinen Short ausziehen?

Manga-Serie

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Zeichnerische Entwicklung, wo bist du?

Natürlich hab ich mir danach nicht nehmen lassen, zumindest einen Blick in die Mangavorlage zu werfen, leider ist daraus tatsächlich nicht mehr geworden. Der Manga ist im Vergleich zum Anime und besonders zu dem wunderschönen Charakterdesign von Akemi Takada potthäßlich und selbst nach 18 Bänden ist keine nennenswerte Entwicklung zu sehen, was ich auch noch nie gesehen hab. Deswegen hab ich lediglich durch die Bände „geblättert“, manches hab ich wieder erkannt, andere wieder nicht aber ich hab nicht das Gefühl, das der Manga besonders besser oder schlechter als der Anime, er sieht zwar schlechter aus, man muss dabei aber auch nicht Hikarus Stimme ertragen. Lediglich das Ende das Manga ist doch ganz nett und schließt die Serie ab, ohne so aufgeblasen zu wirken wie die beiden Animefilme, zudem wird dabei noch etwas auf den Ursprung von Kyousukes übersinnlichen Kräfte eingegangen.

Fazit:

Würde ich also KOR bedenkenlos jedem empfehlen? Definitiv nein, dafür bietet die Serie neben Retro-Feeling rein gar nichts, was die anderen Genrevertreter nicht auch hätte oder sogar noch mehr. Ich weiß sowieso nicht, warum gerade KOR so viel Aufmerksamkeit bekommen hat, ohne genug Fanunterstützung wäre das KOR-Universum wohl kaum so groß geworden, selbst noch heute ist der Fanbase immer noch ganz beachtlich, dabei ist die Serie wie schon gesagt absolut kein Meisterwerk. Obwohl ich eine ähnliche Serie wie Touch erwartet hab da KOR neben Touch und Maison Ikkoku zu den großen drei der 80er gehört, lässt sich KOR wohl am ehesten mit Ranma 1/2 vergleichen, aber auch bei diesem Vergleich zieht KOR ganz eindeutig den Kürzeren. Für eine Comedy-Romance-Serie ist es eigentlich tödlich, wenn die Charaktere größtenteils unsympathisch und die Jokes größtenteils unlustig sind aber ich kann mich nur wiederholen, Madoka alleine macht einiges wett.
Ich bereure zwar nicht, KOR geguckt zu haben, doch ich hätte dabei einiges besser machen können. Ich kann nur allen raten, die wirklich in das KOR-Universum doch noch eintauchen wollen, sich KOR genau mal anzuschauen und nur das rauszupicken, was ihnen wirklich zusagt, meine Empfehlung wäre die ersten Folgen der TV-Serie, alle Folgen mit Hikaru überspringen, die letzten, die OVA ist zwar nett aber nicht unbedingt notwendig, dann noch der erste Film, alles andere ist schlicht weg Zeitverschwendung.

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Damit ist das Kapitel KOR für mich (hoffentlich) für immer geschlossen.

8 Kommentare »

  1. Ersteinmal muss ich dir zur TV-Serie groesstenteils zustimmen. Ebenso zum ersten Film. Beim Zweiten schon weniger, aber faellt in meinen Augen eh raus.

    Der Manga jedoch ist in meinen Augen einsame Spitze.

    Vor allem im Vergleich zu Ranma schneidet er um laengen besser ab, da, entgegen deinem Eindruck, durchaus eine Entwicklung stattfindet, insbesondere im Vergleich zur TV-Serie. Fuer mich steht er auf dem gleichen Level wie Maison Ikkoku (dem Obersten). Die Zeichnungen sind selbstverstaendlich Geschmackssache, aber mir sagen sie ueberaus zu. Mein Fazit: der Manga und der erste Film sind uneingeschraenkt empfehlenswert und sehr ueberzugend (wenn auch nicht unbedingt logisch).

    Kommentar von McEnroe — 19. September 2008 @ 21:20 | Antworten

  2. Ich habe den Manga wie gesagt nicht wirklich gelesen sondern nur durchgeblättert und ich will auch gar nicht ausschließen, dass dieser doch ganz brauchbar sein kann, nur speziell mich spricht er nicht wirklich an, der unausgereifte Zeichenstil trägt ja einen nicht ganz kleinen Teil dazu bei.
    Ich weiß nicht ob du zuerst Ranma oder zuerst KOR gekannt hast, bei mir war es Ranma und es trägt sicherlich auch etwas dazu bei, dass ich es auf eine hörere Stufe stellen würde als KOR, aber ich kann mir auch kaum vorstellen, dass wenn es anders rum wäre, ich KOR Ranma vorziehen würde, dafür hat KOR in meinen Augen einfach zu viele Schwächen, natürlich noch mehr als Ranma.
    Das Entscheidende in diesem Fall ist wohl mal wieder der Geschmack des Einzelnen, dennoch, es ist heutzutage sehr gewagt zu sagen, dass man KOR uneingeschränkt empfehlen würde, für damalige Zeiten mag sowas noch funktionieren doch man hat mittlerweile so viele (bessere) Alternativen, dass KOR wohl höchsten nur absolute Genre-Fans oder Retro-Fans wie mich interessiert, da gibt’s nichts schön zu reden.

    Kommentar von Akito — 21. September 2008 @ 02:20 | Antworten

  3. Als langjähriger Fan der TV-Serie (ich habe sie 1993 im französischen TV entdeckt) tut es gut einen deutschen Blogeintrag zu lesen, der verstärkt auf das ganze KOR-Universum eingeht.

    Bei gewissen Kritikpunkten muss ich dir zustimmen. Hikarus kindliches Gemüt ist wirklich nicht jedermanns Sache. Und die Serie kann man heute auch nicht jedermann uneingeschränkt empfehlen, dafür kommt sie schon von den Designs her gesehen für manche Zuschauer zu altbacken daher. Bei anderen Kritikpunkten kann ich dir jedoch nicht zustimmen: Kyôsuke mag vielleicht sehr unschlüssig sein, aber dumm ist er nicht und er ist auch kein typischer Vertreter der männlichen Harem-Anime Helden. Dafür kriegen wir Zuschauer schlicht zuviel Einblick darüber, was er als Teenager denkt und wie er fühlt. Seine inneren Gedanken offenbart uns Kyôsuke mit einer beinahe lyrischen Präzision.

    Der zweite Punkt betrifft der, dass du dich fragst, wieso KOR soviel Aufmerksamkeit bekommen hat. Aus der heutigen Sicht mag das vielleicht merkwürdig erscheinen, aber in den Achtzigerjahren war KOR neben Maison Ikkoku nunmal eine der ersten wirklichen Love-Comedies, die feste Beine unter ihren Füssen hatte, wenn wir von der Sache mit den Esperkräften der Kasuga-Familie einmal absehen. Sprich, die Serie kam ziemlich realistisch daher; sie sah für die damalige Zeit auch sehr gut aus (hauptsache dank den Character Designs von Akemi Takada), hatte mit Madoka eine faszinierende Anime-Schönheit, und die Serie hatte vor allem einen bombastischen Soundtrack. Es ist eben diese Mischung, für die KOR so beliebt geworden ist.

    Ein weiteres Detail ist auch, dass KOR hin und wieder gerne weitere bekannte Spielfilme zitiert, so zum Beispiel The Graduate, Godzilla, The Terminator, Kramer vs. Kramer, usw. Das macht die Serie jetzt nicht wirklich besser, aber zumindest wirken manche Episoden dadurch sympathischer, und meiner Meinung sind diese dann auch interessant genug, um nicht übersprungen zu werden.

    der letzte Punkt betrifft deine Kritik zur zeichnerischen Entwicklung des Manga. Gut, Izumi Matsumoto war nie ein besonders begnadeter Zeichner. Selbst gegen schluss von KOR hatte er noch Mühe mit menschlichen Posen und Perspektiven. Das erklärt wohl auch, wieso er in den Neunzigern dann lieber zu Schreiben begonnen hat, anstatt nach Sesame Street weitere Mangas zu zeichnen. Ich sehe jedoch zwischen den ersten Bänden von KOR und den letzten Bänden eine _deutliche_ Steigerung beim Zeichenstil. Zunächst sahen die Figuren alle ziemlich unbeholfen aus und unterschieden sich kaum von denen anderer Love-Comedy Mangas, die damals gross in Mode waren. Am Ende sieht man es den Zeichnungen jedoch deutlich an, dass Matsumoto sich dem damals herrschenden Animestil angepasst hat. Die Designs wirken moderner und frischer, die Hintergründe sind dank Rasterfolien und Fotocollagen realistischer geworden. Beides ist im Stil eingeflossen, den sein Assistent Hagiwara Kazushi dann für Bastard! übernommen hatte.

    Kommentar von Ataru — 15. April 2009 @ 19:58 | Antworten

  4. Dass Kyousuke dem Zuschauer jeden seiner Gedankenfetzen unter die Nase reiben muss, entlässt ihn für mich auch nicht unbedingt aus dem Kreis der Harem-Anime-“Helden“ denn wenn mein Gehirn mir nicht gerade einen Streich spielt, lassen die anderen Mitglieder aus dem besagten „Klub“ dem Zuschauer sehr gerne an ihren (meist nicht sehr geistreichen) Gedankengängen teilnehmen, da die Geschichten nunmal fast immer aus ihrer Perspektive erzählt wird. Vielleicht denke ich da einfach zu „modern“ aber wenn ich an Keitarou aus Love Hina oder Junpei aus Ichigo 100% denke, seh ich da nicht so viel Unterschied zwischen den drei. Gut, vielleicht hab ich Wörter wie „dumm“ oder „blöd“ hier und da etwas zu häufig benutzt, wahrscheinlich bedeutet für mich heutzutage schon dass „besonders unentschlossen“ (gerade weil die Wahl diesmal überaus schwierig zu treffen ist) = „dumm“, ist ja auch viel kürzer zu schreiben.

    Das mit der Popularität von KOR ist eigentlich ganz logisch wenn man mal drüber nachdenkt, anscheinend ist der Mensch mit der Zeit sogar bei Anime wählerischer geworden, dabei predigen manche Leute ja, früher sei alles besser ;D Ich kann mir tatsächlich gut vorstellen KOR viel mehr zu mögen, hätte ich es schon viel früher entdeckt.

    Und ja, bei der zeichnerischen Entwicklung des Manga hab ich übertrieben, die Entwicklung ist natürlich vorhanden und auch deutlich zu erkennen, nur ist selbst das Endergebnis für mich nicht zufriedenstellend gewesen, auch nicht bei den paar Seiten, die Jahre später für das Re-Release als Wideban hinzugefügt wurden.

    Kommentar von Akito — 16. April 2009 @ 00:34 | Antworten

  5. Es ist nicht die Tatsache, dass Kyosuke seine Gedanken uns Zuschauern offenbart, sondern die Art und Weise, wie er es tut, die ihn von anderen männlichen Hauptfiguren unterscheidet. Er beschreibt seine Gefühle lyrischer als andere. Ein gutes Beispiel ist das Intro vor jeder einzelnen Folge, wo er ein Foto des Trios aufnimmt und ins Wasser fällt. Er denkt: „Hitotsu no deai ga, futatsu no koi ni susumi, mitsu no furueru kokoro ga, yasashii neiro o kanadeta“ (ひとつの出会いがふたつの恋に進み, 三つの震える心がやさしい音色をかなでた)“, was grob übersetzt werden könnte mit „ein Treffen führte zu zwei Lieben, drei flatternde Herzen spielten eine sanfte Melodie“ [Ich meine bewusst "grob", denn was im Japanischen lyrisch klingt, hört sich in einer Übersetzung schnell einmal unnatürlich an]. Es ist diese Art von feinfühligen japanischen Lyrizissmus, die Kyosuke oft in den Mund gelegt wurde und die ich bei keinem anderen „Harem“-Helden kenne.

    Kommentar von Ataru — 3. Mai 2009 @ 20:09 | Antworten

  6. Entweder hab ich nicht aufgepasst oder seine blumige lyrischen Bemerkungen sind durch die Lokalisation verloren gegangen, jedenfalls kann mich kaum an eine Szene erinnern, wo ich mir gedacht hab „Mensch, der Junge weiß sich auszudrücken, mein Deutschlehrer würde ihn lieben.“
    Und falls es die 2. Möglichkeit gewesen sein sollte, kann man einem westlichen Fan also vorwerfen, dass er der jap. Sprache nicht mächtig und dadurch nicht in der Lage sei, Kyosukes gehobene innere Monologe zu verstehen?
    Man möge mir die unterschwellige Ironie verzeihen, ich bin zugegeben kein Literaturfan und weiß es vielleicht deshalb nicht zu schätzen, ich bin mir sogar sicher, selbst wenn ich den „Lyrizismus“ bei Kyosuke bemerken sollte, fände ich seinen Gedankengang nicht wirklich gehaltvoller. Es würde mich keineswegs darüber hinweg trösten, dass er sich nicht zwischen Hikaru und Madoka entscheiden kann. Vielleicht nehm ich das ganze zu ernst aber Hikaru hat mich echt geschafft.

    Kommentar von Akito — 3. Mai 2009 @ 22:38 | Antworten

  7. Ruhig Blut, du darfst Kyôsuke oder Hikaru nicht mögen so oft du willst oder Kyôsuke als Langweiler sehen; das werfe dir auch keineswegs vor ;) Ich stelle mich lediglich gegen deine Behauptung, dass er sich nicht von anderen männlichen Harem-Anime Helden unterscheiden würde. Meine Begründung hierfür habe ich ja nun gegeben.
    Dass du kein Japanisch kannst und dir das beurteilen nun schwer fällt, das konnte ich nicht ahnen. Ich dachte, da du regelmässig über die neuesten Folgen von Cross Game schreibst*, bevor Fansubs draussen sind, würdest du Japanisch verstehen. Also Mea Culpa meinerseits.

    * (endlich jemand im deutschsprachigen Raum, der ein paar gute Worte über den aktuellen Adachi-Anime verliert. Mach weiter so!)

    Kommentar von Ataru — 4. Mai 2009 @ 15:58 | Antworten

  8. Das mit CG liegt einfach daran, dass der Anime sich bisher sehr eng an dem Manga hält. Deswegen kann ich mit meinen rundimentären jap. Kenntnissen die Raws ganz gut verfolgen. Das tolle an Adachi-Werken ist ja, dass gar nicht so viel geredet sondern viel mehr gehandelt bzw. nicht gehandelt wird :) Schade nur, dass der Großteil der Animefans CG nicht mal einen Blick schenkt und wenn doch, dann finden viele das Design zu häßlich Oo
    Und keine Sorge, ich bin nicht aus der Haut gefahren, die Erinnerungen an Hikaru bzw. die Kyosuke/Hikari-Kombo haben mich nur ein wenig aus der Reserve gelockt, ich bin für mein Leben geschädigt denke ich =D

    Kommentar von Akito — 4. Mai 2009 @ 17:55 | Antworten


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